Auf meiner Internetseite informiere ich in unregelmäßigen Abständen über meine Aktivitäten in der Kasseler Kommunalpolitik.
Ausfürhrliche und vollständige Informationen über das Engagement der Fraktion der Kasseler Linken finden Sie H I E R
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Der Hamburger VSA-Verlag hat in seiner Reihe von Büchern zu linker Kommunalpolitik nun ein Buch mit 16 Porträts von Menschen heraus gebracht, die sich mit oder ohne Parteibuch für linke Kommunalpolitik engagieren. Freundlicherweise hat man sich für das Bundesland Hessen für mich entschieden. Die Nordhessische.de hat vom Verlag eine Genehmigung bekommen, mein Porträt zu veröffentlichen.
»Das Teufelchen sagt, du wirst Oberbürgermeister, ich antworte: Hast du noch alle Tassen im Schrank?«
Kai Boeddinghaus | Stadtverordneter
“In einer Kneipe sitzen und reden. »Kassel ist eine schöne Stadt«, sagt Kai Boeddinghaus. »Weit über 50 Prozent der Stadtfläche grün. Hier kann ich sein«, sagt er. »Für mich ist das ein guter Ort.« Am Nachbartisch ein Blind Date. Zwei Fremde treffen sich und versuchen, einander ihr Leben zu erklären. Der Mann erzählt, wie er seine Tage verbringt und wie anstrengend sie manchmal seien, die Tage. Die Frau redet darüber, dass es ihr ähnlich gehe, sie aber vom Leben noch eine Menge erwarte. Mutig, denkt man. Sich so aufzumachen. Einem Fremden gegenüber. Kann aber auch ganz schön schief gehen.” Weiter lesen…….
Link zum Porträt auf Nordhessische.de
Link zu weiteren Informationen über das Buch beim VSA-Verlag
Wo gibt es noch Wachstum? Wo boomt es in Deutschland? Auf einem Feld brauchen wir uns da nicht zu sorgen. Das Wachstum beim Unterschied zwischen Schein und Sein bei Rot und Grün ist ungebrochen – zumindest in Kassel. Was die Grünen in Kassel mittlerweile alles mitverantworten (Flughafen, Kombibad, Salzmann, Langes Feld) passt auf keinen ökologischen Bierdeckel mehr. Wie viel oder besser wenig „sozial“ in einer Partei noch übrig ist, die wie die SPD in Kassel den Transferleistungsempfängern (außer den Banken natürlich) quasi den Krieg erklärt hat, ist eine Frage, deren Beantwortung nur denen schwer fällt, die sich emotional der SPD verbunden fühlen.
Und wenn Rot-Grün in Kassel eine eben erst eine private und über Studiengebühren finanzierte Uni auf den Weg bringen passt auch das ins schlechte Bild.
Heute also das Thema „Wohnen“.
Die schwarz-gelbe Landesregierung will nun endlich mit dem Verkauf der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte/Wohnstadt Kasse machen. Auf Landesebene leisten SPD und Grüne (natürlich auch die Linke) tapfer Widerstand. In der HNA lese ich wohlfeile Stellungnahmen der grün-rot-politischen Scheinriesen gegen diesen Privatisierungsmist. Soweit, so gut.
Nun hat die Fraktion der Kasseler Linken einen Antrag gestellt, der dem landespolitischen Privatisierungswahn entgegentreten will. Da sollte es eigentlich freundliches Interesse der Roten und Grünen in Kassel geben. Das gilt umso mehr, als ein fast gleichlautender Antrag der Grünen-Fraktion vom März 2008 mit den Stimmen einer Riesenkoaltion von FDPCDUSPDGRÜNENLINKEN (jaaaa, wir haben mal wieder gemeinsam mit dem Klassenfeind abgestimmt) noch eine Mehrheit fand. Der Magistrat aber hat bis heute den damaligen Prüfungsauftrag einfach nicht ausgeführt. Wäre ja noch schöner, wenn der hauptamtliche Magistrat dieser Stadt jetzt jeden Beschluss dieser lästigen Feierabendpolitiker/innen ausführen würde. Und heute? Heute wollen Sozen und Grüne nix mehr davon wissen. Also haben Sie den Antrag der Linken abgelehnt. Auch da war das Verhalten 2008 noch etwas differenzierter. Da stimmte man dem linken Antrag zumindest in Teilen sogar zu. Jetzt aber droht der Praxistest. Und da gilt: warme Worte gab’s schon. Das muss langen.
Link zur Pressemitteilung der SPD
Link zur Pressemitteilung von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN
Link zum aktuellen Antrag der Kasseler Linken
Link zur Niederschrift über die Abstimmung der Anträge im März 2008
Dass die Kasseler Linke dem Haushalt der Stadt Kassel für das Jahr 2012 nicht zustimmen würde, ist klar und entspricht unseren politischen Vorstellungen, die eben grundlegend andere sind, als die von ROT und GRÜN. Aber es hätte auch gute Gründe gegeben, sich an der Abstimmung gar nicht mehr zu beteiligen.
Wer sich dafür interessiert, ist herzlich eingeladen, nachzufragen. Eine weitere Möglichkeit ist die Lektüre der diesjährigen Haushaltsrede und sich dabei die kommenden langen Winterabende zu verkürzen,. Wer nicht gleich sanft entschlummert, bekommt eine Ahnung, was uns als Kasseler Linke so umtreibt.
Also die GRÜNEN in Kassel sind ja gegen die Bebauung des „Langen Feldes“ als Gewerbegebiet. So steht es jedenfalls in der Zeitung und dann muss es ja auch stimmen. Und die GRÜNEN sagen das auch selber von sich. Dann muss es wirklich stimmen. Nur manchmal kommen die GRÜNEN bei den Abstimmungen durcheinander.
Beim Flughafenneubau Kassel Calden ist es so: Da sind die GRÜNEN auch dagegen. Nun haben sie sich aber entschlossen, mit der SPD in Kassel zusammen die Strippen zu ziehen und dafür die Kröte Flughafen zu schlucken. Das kann man falsch finden, ist aber zumindest öffentlich kommuniziert. Praktisch bedeutete dies, dass die GRÜNEN in den Haushaltsberatungen regelmäßig Anträge gegen die Bereitstellung von Geld für den Flughafen stellten, bzw. entsprechende Anträge der Kasseler Linken unterstützen. Das blieb stets folgenlos, weil SPDCDUFDP mit Mehrheit solche Anträge abgelehnt haben. In der Schlussabstimmung über den Haushalt haben die GRÜNEN dann, wie gesagt, die Kröte geschluckt und den Haushalt samt Flughafen mitgetragen.
Wenn man diese Logik auf das Projekt „Langes Feld“ überträgt, würde dies also bedeuten: Einzelanträge, die gegen das Lange Feld gerichtet sind, unterstützen die GRÜNEN – bei der Gesamtabstimmung schlucken sie eine Kröte. Tatsächlich machen die GRÜNEN das aber nicht. Sowohl bei den Haushaltsabstimmungen 2010 und 2011 haben die GRÜNEN die Einzelanträge der Kasseler Linken, das Geld für das Lange Feld aus dem Haushalt zu streichen, abgelehnt. Eigene Anträge diesbezüglich haben sie erst gar nicht gestellt. Wenn man aber Geld für das Lange Feld nicht streichen will, dann stimmt man diesem Projekt defacto zu.
Warum? Mmmh……….., weil es Anträge der Kasseler Linken waren? Weil die GRÜNEN wie beim Flughafen nach außen einen Widerstand vortäuschen, von dem sie sich längst verabschiedet haben? Vielleicht auch nur, weil sie sich vertan haben? So einfach ist Politik ja auch nicht. Da kann man bei Abstimmungen schon mal durcheinander geraten.
Eines ist klar. So ein Akteneinsichtsausschuss macht keinen Spaß. Warum also hat die Fraktion der Kasseler Linken nun noch wieder einen und schon wieder einen zum Thema „Kosten der Unterkunft“ (KdU) beantragt? Warum werde ich für die Fraktion die Stunden schrubben und mich in die Akten wühlen? Untenstehend die Rede zur Erläuterung unseres Antrages. Zuvor ein kurzer Rückblick.
Was blieb angesichts der Dreistigkeit, die Zahlen nicht zu ermitteln und der Unfähigkeit, die berechtigten Nachzahlungen zu leisten. Es blieb nur dieser Weg. Der Dezernent will und kann nicht. Und von der großen Koalition aus CDUFDPSPDGRÜNEN ist nicht zu erwarten, dass sie den notwendigen Druck aufbauen.
Link zur Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft (Auszug)
Link zur Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft (vollständig)
Ich halte die Piratenpartei ja insgesamt für eine demokratische Bereicherung. Ob die zwei Sitze, die die Piraten nun im Kasseler Stadtparlament innehaben nun auf Kosten auch der Linken gegangen sind, ist mir dabei ziemlich wumpe. Auch in der Linken, und warum nicht auch in Kassel, besteht die Gefahr, sich in gewohnten Strukturen zu verlaufen und zu verfangen. Da ist eine Auffrischung grundsätzlich zu begrüßen.
Dass eine politische Kraft wie die Piraten dabei eine gewisse Anlaufzeit brauchen, finde ich ebenfalls selbstverständlich. Sie sind etwas Neues und sie versuchen etwas Neues. Also ist Geduld gefragt und ein Ausdruck politisch interessierte Fairness.
Die Frage muss aber erlaubt sein, wie viel Geduld die Kasseler Piraten-Protagonisten noch so brauchen. Das fängt schon damit an, dass deren zwei Stadtverordnete unter dem Gesichtspunkt des „Auffrischens“ nicht unbedingt die besten Aushängeschilder sind. Der Herr Beyer hat sich und andere zuvor schon kräftig mindestens bei attac, der Nordhessischen und – ja auch – der Kasseler Linken verbraucht. (Die Aufzählung erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit.) Der Herr Petersen hat ja auch in diesem Jahr nicht zum ersten Mal bei einer Wahl kandidiert. Beide sind nach meiner Kenntnis auch erst im Zusammenhang mit der letzten Kommunalwahl bei den Piraten eingetreten. Also, man kann beiden vieles vorwerfen. Besondere Frische gehört aber nicht dazu.
Aber nun sitzen die beiden in der Stadtverordnetenversammlung und das ist ja auch in Ordnung. Was die beiden außer sitzen da nun machen ist nicht ganz klar. Als am Montag der Haushalt beschlossen wurde, waren die Piraten die einzige politische Gruppierung – von „politischer Kraft“ kann man bei den beiden Piraten-Vertretern ebenso wenig sprechen, wie von der Frische, die sie da mitbringen – , die sich gar nicht zum Haushalt zu Wort meldeten. Auch im Finanzausschuss galt bisher nur die Devise „dabei sein ist alles“.
Die Recherche im kommunalen Bürgerinformationssystem der Stadt Kassel verzeichnet eine Anfrage der Piraten seit der Kommunalwahl im März bis zum heutigen Tag. Ein Antrag oder eine Initiative findet sich gar nicht.
Also Piraten in die Parlamente? Ja! Auch in Kassel? Ja! Das Warum wird sich möglicherweise und hoffentlich noch mal klären. Sonst erledigt sich das mit den Piraten von selber und es werden andere für die Auffrischung sorgen müssen.
Eigentlich eine einfache Sache. Artikel 5, Absatz 1 unseres Grundgesetzes formuliert „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Aber nicht alle verstehen das. Deswegen gibt es noch das Hessische Pressegesetz. Dort steht im Paragraph 2, Absatz 3 „Die Pressetätigkeit darf von keinerlei Zulassung abhängig gemacht werden.“ Nun ist nicht auszuschließen, dass es immer noch Menschen gibt, die nicht begreifen, was das so praktisch bedeuten kann – z.b. in einem Gremium wie der Kasseler Stadtverordnetenversammlung. Also wird die Logik all dieser Bestimmungen zur Sicherung der allgemeinen Pressefreiheit auch noch einmal in der Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung formuliert. Paragraph 14, Absatz 3 „Die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung und der Ausschüsse sind grundsätzlich öffentlich.“ und dann Paragraph 35, Absatz 3, „Die Verteilung von Schriftstücken, Ton-, Foto- und Filmaufnahmen mit Ausnahme der öffentlichen Medien im Sitzungssaal einschließlich des Zuhörerraumes sind ohne vorherige Zustimmung des Stadtverordnetenvorstehers bzw. der Stadtverordnetenvorsteherin unzulässig.“
Also eigentlich alles einfach. Nun können aber nicht alle lesen und die, die lesen können tun sich mit dem Verstehen schwer. Leider gehört zu letzteren auch die amtierende Stadtverordnetenvorsteherin. Die meint nämlich, alle Ton-, Foto- und Filmaufnahmen seien zustimmungspflichtig. Tatsächlich werden Aufnahmen „öffentlicher Medien“ aber ausgerechnet von diesem Genehmigungsvorbehalt ausgenommen. Und so sollten HR, RTL etc. gestern in der Sitzung filmen dürfen, aber ein kleiner Journalist nicht und Tonaufnahmen des Freien Radio Kassel sollten auch unterbleiben.
Der Rest ist peinlich. Den Antrag der Kasseler Linken auf Einberufung des Ältestenrates lässt die Stadtverordnetenvorsteherin abstimmen. Ein absolutes Novum. Üblich ist, dass auf Antrag einer Fraktion die Sitzung dafür unterbrochen wird. SPD und Grüne sind sich dann nicht zu schade, dass tatsächlich auch abzulehnen und es brauchte noch (m)eine persönliche Erklärung in der Sitzung, bis rudimentäre Reste von Verstand greifen und es immerhin zu einer Sitzung des Ältestenrates kommt. Fast 20 Minuten wurde dort gestritten. Eigentlich genug Zeit für die Exegese der wenigen Texte (s.o.). Aber eben nur eigentlich. Deswegen ging die Sitzung weiter und die uneingeschränkte Pressefreiheit blieb erstmal auf der Strecke.
Wenn wir anfangen, nach groß und klein, seriös und unseriös oder relevant und weniger relevant bei den Medien zu sortieren, dann sind wir auch gleich wieder am Ende – mit der Pressefreiheit nämlich. Am Rande der Sitzung wurde deutlich, dass dem einen oder andere Rot/Grünen dämmerte, was da angestellt worden war. Dass es speziell unter den Roten und Schwarzen allerdings noch erhebliches Entwicklungspotential beim Erkenntnisgewinn gibt, zeigt die kleine Debatte die sich dazu auf dem Facebook-Profil von KasselAssel entwickelt hat.
Das war ja eine beeindruckende politische Phalanx, die sich da gegen die Einführung der Studiengebühren in Hessen formiert hatte. SPD, GRÜNE, LINKE, Gewerkschaften waren vereint in der Forderung, die von der Regierung Koch eingeführten Gebühren wieder abzuschaffen. Mit Erfolg. Im Juni 2008, weniger als ein Jahr nach der Einführung dieser Studiengebühren waren sie in Hessen bereits wieder Geschichte
Wer nun glaubt, dass damit Hessen tatsächlich frei von Studiengebühren sei, der irrt. Und hier rede ich nicht von den diversen Privatunis oder den mittlerweile teilweise astronomischen Semestergebühren.
Ein schönes Beispiel für die politische Realität des was-stört-mich-mein-Geschwätz-von-gestern liefern derzeit die politische Verantwortlichen von Rot/Grün derzeit in Kassel. Sie nämlich erlauben dem lokalen Krankenhausträger (GNH) die Gründung einer medizinischen Privatuniversität mit, ja mit Studiengebühren. Dass sie dabei von der Schwarz/Gelb in der Stadt unterstützt werden, liegt auf der Hand. Aus der Phalanx SPD, GRÜNE, LINKE, Gewerkschaften gegen Studiengebühren aus dem Jahr 2008 wurde in Kassel so binnen drei Jahren eine Phalanx der sattsam bekannten großen Koalition aus Rot/Grün/Schwarz/Gelb für Studiengebühren. Wer sich die üblichen Argumente zur Rechtfertigung anhört, fühlt sich erinnert an die kurze, knappe und aus Sicht der Wirtschaft sehr nachvollziehbare Argumentation, die dereinst die IHK Kassel zugunsten der Studiengebühren ins Feld geführt hatte. Diese seien dringend notwendig zur „optimalen Ausschöpfung des Humankapitals“. Dass die Betriebsräte im Aufsichtsrat der GNH dem Blödsinn dieser neue Privatuni zugestimmt haben, ist bedauerlich. Ein bißchen verständlich scheint es, wenn man weiß, welchem Druck die Arbeitnehmerseite hier beständig ausgesetzt sind. Dass allerdings von Gewerkschaftsseite so gar kein Widerstand gegen die Einführung solcher Studiengebühren durch die Hintertür öffentlich-rechtlicher Privatunis zu verzeichnen ist, scheint mir ein Armutszeugnis.
Link zur Beschlussvorlage zur Gründung der Kassel School of Medicine gGmbH
Bei der Insolvenz von Buntstift e.V. war der AKGG noch der Retter. Nun hat es den AKGG selber erwischt. Beim Registergericht Fritzlar musste gestern Insolvenzantrag gestellt werden.
Ob jetzt endlich mal darüber gesprochen wird, dass diese von Finanztechnikern mit der Sozialkompetenz von Eichhörnchen ersonnene Effizienzsteigerungen und Sparorgien endlich ein Ende haben müssen? Ich befürchte eher nicht. Man wird sich den nächsten Träger suchen, der noch mehr auf Selbstausbeitung und Ausbeutung setzt bzw. setzen muss, um “am Markt erfolgreich” zu sein.
„Rückenwind für Jugendprojekte – Widerstand gegen pauschale Kürzungen“ so war die Überschrift des letzten Blog-Beitrags hier. Und der letzte Satz lautete „Mit der gestrigen einstimmigen Entscheidung ist dafür ein guter Anfang gemacht.“
Es hätte also eigentlich ziemlich gut ausgehen können. Das galt umso mehr als in der HNA wenige Tage später berichtet wurde, dass die Kürzungsforderungen vom Tisch und die Finanzierung der drei Projekte (Jugendcafe Treppenstraße / Girls only / Jugendverbandsmittel) in trockenen Tüchern seien. Konsequent war dann also auch das folgende einstimmige Votum des Jugendhilfeausschusses in der Sache. Ausdrücklich war in diesem Beschluss auch die Forderung an den Magistrat enthalten, die Kürzungsforderung von 50.000,00 Euro an den Etat des Jugendamtes zurück zu nehmen. Der Hintergrund ist einfach. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses wollten verhindern, dass die Gelder der drei Projekten zwar ausgezahlt werden, dabei aber womöglich ein anderes Projekt im Jugendetat auf der Strecke bleibt. Auch diese Forderung wurde einstimmig befürwortet – mit den Stimmen aller Vertreter/innen der politischen Fraktionen.
Und was machen die Expertinnen und Experten von SPD/GRÜNEN daraus. Sie verarschen nachgerade alle Beteiligten.
Im heutigen Ausschuss, in dem alle Anträge zum Haushalt 2012 beraten und beschlossen wurden, stimmen sie zunächst wieder geschlossen für den Antrag aus dem Jugendhilfeausschuss. Der kleinen Versuch, die Abstimmung über die Rücknahme der Kürzungsforderung zu vermeiden, war auffällig und machte Sinn bei dem, was dann folgte. Erfolg hatte der Versuch aber zunächst eben nicht. SPD/GRÜNE/LINKE alle gegen die pauschale Kürzungsforderung. Schön nicht? Ja, aber nur kurz. Denn wenig später wurde über den Antrag von SPD/GRÜNEN, 45.000,00 Euro aus – ja aus dem Jugendetat zu streichen. Damit ist die Förderung des Projektes der Kasseler Drogenhilfe Frühintervention für suchtmittelabhängige Schwangere aus dem Haushalt gestrichen. Und genau die Streichung dieses Projektes zur Rettung der anderen drei hatten die Fachleute und die politischen Vertreter ausdrücklich abgelehnt. Auf diesen Widerspruch hingewiesen zucken die Roten und Grünen nur mit den Schultern. Bäh!